Erweiterung Kunsthalle und Neubau Justizzentrum: „Gemeinsame Interessen bündeln“

13.07.2017

Im Rahmen einer Veranstaltung der Frauen Union Karlsruhe und des CDU-Ortsverbandes Stadtmitte hat sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther klar und eindeutig zu den Projekten Sanierung und Erweiterung der Kunsthalle Karlsruhe auf das derzeitige Gelände des Amtsgerichts Karlsruhe sowie Umzug des Amtsgerichts in einen Neubau bekannt. „Das wäre für beide Seiten eine echte Win-Win-Situation und würde beiden Institutionen gerecht werden“, sagte Wellenreuther am Dienstagabend.

Zu der Veranstaltung in der Karlsruher Kunsthalle waren rund 80 Personen, darunter auch die Vizepräsidentin des Amtsgerichts, Annette Beese, gekommen. „Die Kunsthalle ist im Fokus der Bürger und der Politik. Das zeigt der heutige Zuspruch“, freute sich die Vorsitzende der Frauen Union Karlsruhe, Stadträtin Rahsan Dogan.

„Wir haben als Kunsthalle sechs Standorte in ganz Karlsruhe, das sind komplizierte Verhältnisse. Die Arbeitsprozesse werden dadurch erschwert, auch für Besucher ist es schwierig“, sagte  Pia Müller-Tamm. Die Direktorin der Kunsthalle verwies in ihrem Eingangsstatement auf viele weitere Defizite des bestehenden Hauptgebäudes wie einen fehlenden Raum für Wechselausstellungen, fehlende Klimatisierung der Räumlichkeiten oder den erschwerten Zugang für Menschen mit Behinderung.

„Der Sanierungs- und Erweiterungsbedarf der Kunsthalle als internationales Haus mit einem überragenden Ruf in der Kunstszene ist groß“, unterstrich Wellenreuther, der sich bereits im Jahr 2016 in die öffentliche Debatte eingeschaltet hatte. In einem Schreiben an den baden-württembergischen Justizminister Guido Wolf hatte Wellenreuther dafür geworben, die zweistufigen Pläne der Kunsthalle zu unterstützen. Diese sehen eine Sanierung des bestehenden Hauptgebäudes in der Hans-Thoma-Straße und einen Erweiterungsbau auf dem jetzigen Gelände des Amtsgerichts Karlsruhe vor. Beide Gebäude sollen wie beim Kunstmuseum Basel auf unterirdischem Weg miteinander verbunden werden. Das Amtsgericht könnte dann in adäquaten Räumlichkeiten in einem Neubau im Stadtgebiet untergebracht werden. „Auch für das Amtsgericht wäre ein Umzug in ein gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft genutztes neues Justizzentrum ein Segen“, so Wellenreuther. „Jetzt sollten alle Beteiligten am Ball bleiben.“

Justizminister Wolf habe sich grundsätzlich positiv zu der Idee geäußert, Voraussetzung sei neben der finanziellen Machbarkeit aber vor allem die erfolgreiche Suche nach einem geeigneten Grundstück für ein neues Justizzentrum. „Hier müssen wir Stadt und Land an Bord holen. Der Druck auf das Finanzministerium wird erhöht, wenn die Stadt sich bemüht, ein entsprechendes Grundstück zu finden“, so Wellenreuther. Denkbar sei für die Finanzierung auch ein Investorenmodell wie beim Neubau des Justizzentrums Heidelberg, so Wellenreuther. Bis es soweit sei, müsste der vorhandene Eingangsbereich des Amtsgerichts aus Sicherheitsgründen saniert werden.

Für Sanierung, Umstrukturierung und Erweiterung der Kunsthalle läuft durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg seit Mai ein Planungswettbewerb. Dieser ist untergliedert in einen Realisierungsteil für die Sanierung und Umstrukturierung des Hauptgebäudes der Kunsthalle und einen Ideenteil über die grundsätzliche Möglichkeit einer Erweiterung der Kunsthalle.