FU Karlsruhe und MdB Ingo Wellenreuther fordern klares Eheverbot für Kinder- und Minderjährige

07.09.2016

Inzwischen sind bei 51 Prozent aller Ehen, die zwischen Syrern geschlossen werden, mindestens ein Ehepartner - fast immer die Frau - minderjährig, viele davon sind sogar noch im Kindesalter. Vor Ausbruch des Krieges waren es nur 13 Prozent. Dies geht aus aktuell veröffentlichten Umfragen von Helfern der Vereinten Nationen in Flüchtlingslagern bezogen auf Flüchtlinge aus Syrien hervor.

Die Frauen Union Karlsruhe und der Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther sehen einen dringenden gesetzgeberischen Bedarf. Mit den Hunderttausenden Flüchtlingen kommen auch zwangsläufig viele minderjährig Verheiratete in die Bundesrepublik. Im Jahr 2015 wurden bereits rund 1000 Kinderehen registriert.

„Die Probleme der Ehen mit Kindern - und Minderjährigen sind vielfältig. Die in diesem Alter bereits verheirateten Mädchen brechen häufig die Schule ab, weil sie zu Hausarbeit genötigt oder schwanger werden. Dabei sind Jugendliche in Deutschland, je nach Bundesland, in der Regel bis zum 16. Lebensjahr schulpflichtig. Eine Möglichkeit zur Ausbildung und wirtschaftlicher Unabhängigkeit ist nicht möglich. Kulturkreise, in denen durch die Eltern arrangierte Ehen von Kindern oder Jungen Mädchen Praxis ist, sind in der Regel auch von der Unterordnung der Ehefrau unter ihren Mann geprägt. Wenn der Mann die öffentlichen Belange wie Behördengänge regelt und finanzielle Entscheidungen trifft, ist die persönliche, wirtschaftliche und soziale Abhängigkeit groß. Dem Missbrauch ist Tür und Tor geöffnet“, warnt Rahsan Dogan, Vorsitzende der Frauen Union.

„Aus unserer Werteordnung und aus unserem Selbstverständnis von der Selbstbestimmung der Frau heraus sind Kinderehen völlig inakzeptabel. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat sich bereits dafür ausgesprochen, dass der Gesetzgeber in dieser Frage tätig wird und wir noch in diesem Jahr zu einer gesetzlichen Neuregelung kommen. Dies unterstütze ich ausdrücklich“, erklärt Ingo Wellenreuther.

„Wir fordern, dass eine Eheschließung generell nur noch ab 18 Jahren möglich ist. Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die in Deutschland ihren Lebensmittelpunkt haben, sollen auch nach ausländischem Recht nicht mehr wirksam heiraten können. Außerdem müssen Jugendämter und Betroffene das Recht erhalten, bei Gericht eine Aufhebung einer bereits geschlossenen Kinderehe zu beantragen. Der Bundesjustizminister muss jetzt zügig handeln und einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen.“

„Kinderehen verletzen elementare Menschenrechte von Kindern. Nach unserem Verständnis beruht die Ehe auf einer freien Willensentscheidung und gleichberechtigten Partnerschaft. Kinderehen sind damit nicht vereinbar. Kinder müssen sich frei entwickeln dürfen. Wir fordern ein freies selbstbestimmtes Leben für alle in Deutschland dauerhaft lebenden Mädchen und Frauen“, so Stadträtin Marianne Mußgnug.