Wellenreuther: „Rote Karte für blaue Plakette“

09.08.2016

Der Karlsruher CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther spricht sich gegen die Einführung einer blauen Plakette aus, die Kraftfahrzeuge mit erhöhtem Stickoxidausstoß aus Innenstädten verbannen soll, weil diese unter anderem Handwerker und das Baugewerbe massiv schädigen würde.

„Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will zusätzlich zu allen bürokratischen Hürden und Plaketten, die den Autofahrern das Leben ohnehin schon schwer machen, nun noch eine blaue Plakette einführen, die auf die Windschutzscheibe der Kraftfahrzeuge geklebt werden soll und die Fahrzeuge mit einem erhöhtem Stickoxidausstoß nicht erhalten sollen. Davon wären vor allem Dieselfahrzeuge betroffen“, fasst Wellenreuther den Stand der Diskussion zusammen und schildert das Problem:

„Noch vor einigen Jahren haben Umweltpolitiker mit Steuerermäßigungen noch ausdrücklich dafür geworben, dass sich die Bevölkerung – darunter auch viele Handwerker – sparsame Dieselfahrzeuge zulegt. Viele von diesen damals verkauften Fahrzeugen bekämen dann allerdings keine blaue Plakette und müssten aus den Stadtzentren draußen bleiben. Dies beträfe auch notwendige Lastwagen der Bauunternehmen, die zu 91 Prozent mit Diesel angetrieben werden. Ein schneller Umtausch oder eine Umrüstung der gesamten Fahrzeugflotte kommt aus ökonomischen Gründen für die Unternehmen, gerade für kleinere Handwerksbetriebe, nicht in Frage“, erläutert Wellenreuther.

„Natürlich ist es notwendig, für die Reinhaltung der Luft zu sorgen, aber bitte mit Augenmaß und nicht mit einem weiteren bürokratischen Monstrum wie der blauen Plakette. Ich lehne diese moderne Stadtmauer ab – nicht zuletzt deshalb, weil sie unserem Handwerk und unserer Bauwirtschaft schadet. Statt Verboten brauchen wir realistische Übergangszeiten und müssen richtige Anreize setzen. Karlsruhe ist mit dem KIT Vorreiter in Sachen Elektromobilität und umweltfreundlicher Antriebstechnologie. Dies ist der bessere Weg. Deswegen gilt für mich: Rote Karte für die blaue Plakette!“, so Wellenreuther abschließend.