Wahlkreis


15.07.2008

Wellenreuther spricht im Gemeinderat zum Thema Stadionbau


Nach dem Vorschlag von MdB Ingo Wellenreuther, den Standort des neuen KSC Stadions noch einmal zu überprüfen, folgt der Gemeinderat in seiner Sitzung am 15. Juli 2008 mehrheitlich diesem Kurs. Es werden nun noch einmal zwei Standorte in Karlsruhe in Autobahnnähe intensiv untersucht: die sog. „Untere Hub“ und der sog. „Gleisbauhof“, ein Gelände an der Durlacher Allee.

Lesen Sie hier die wesentlichen Auszüge der Rede von Ingo Wellenreuther im Gemeinderat:


Stadtrat Wellenreuther (CDU): Meine Damen und Herren, ich begrüße es sehr, dass mit den Ziffern 3 a und 4 die Möglichkeit geschaffen worden ist, die beiden Alternativstandorte für ein Stadion an der Autobahn eingehend und gründlich, und zwar auf ihre Realisierbarkeit und auf ihre Eignung, zu untersuchen. Ebenso begrüße ich es, dass die Stadtverwaltung sich dabei externer Gutachter bedienen wird, sich durch externe Gutachter unterstützen lässt, die die großen Vorteile eines verkehrsgünstig gelegenen Standortes in den verschiedensten Facetten beleuchten können. Ich lege ausdrücklich Wert darauf, dass der Sachverstand beider Gremien - der Gutachter, aber auch der Stadtverwaltung - zusammenwirken, dass Synergien entstehen können, damit hier tatsächlich alle Facetten, die auch für die Stadt Karlsruhe von entscheidender Bedeutung sind - bei so einem Projekt, das für die nächsten 50 Jahre in Karlsruhe ein Leuchtturm sein kann -, ausgelotet werden.

Ich halte es für sehr gut und sehr wichtig, dass die Vollversammlung der Industrieund Handelskammer Karlsruhe letzte Woche eine Initiative gestartet und beschlossen hat, dass sie diese gutachterliche Prüfung durch Externe begleiten wird, zur Not auch bezahlen wird, und deshalb hoffe ich, dass hier im Zusammenwirken aller Fachleute, Beteiligter und Verantwortlicher eine gute Lösung herauskommt.

Ich halte es auch für sehr vernünftig, dass diese große Chance jetzt ergriffen wird, die sich aufgrund der neuen Situation in der Stadionfrage ergeben hat - und das möchte ich noch einmal ganz kurz zusammenfassen, weil ja gerade eben hereingerufen wurde, das sei ja alles nicht so neu.

Seit zwei Wochen wissen wir erstens, dass die Kosten des Umbaus sich auf über 90 Mio. Euro belaufen können. Wir wissen zweitens seit zwei Wochen, dass der früheste Baubeginn im Sommer 2010 sein soll und - jetzt das Entscheidende, es wurde ja schon mehrfach darauf hingewiesen - drittens, dass die Universität Karlsruhe ein riesiges Entwicklungspotenzial auf dem gesamten Wildparkgelände und dem alten Stadion selbst sieht. Ich meine, es bringt jetzt wenig, Herrn Hippler als Rektor der Uni Karlsruhe zu beschimpfen, aber Herr Hippler ist eben der Auffassung, dass das Potenzial vorhanden ist und er hat ein großes Interesse, dieses für die Universität Karlsruhe zu gewinnen.

Und viertens - das haben wir gerade eben auch gehört - sind ja offenbar die Verhandlungsrahmen ausgereizt. Es gibt vier große Bereiche, in denen offenbar keine Einigung zu erzielen war: die Garantie für die Besucherplätze, die Nutzungsfrage, die Vermarktungsrechte und die Frage der Verkehrssicherungspflicht. Und bei diesen vier Punkten, die seit zwei Wochen absolut neu sind, und zwar jeder einzelne Punkt, war es meiner Auffassung nach ein Gebot der Stunde und eine Verpflichtung für uns alle, dass wir prüfen,
1. ob ein optimaler Standort an der Autobahn realisiert werden kann, ob er geeignet ist,
2. ob das Land Baden-Württemberg das alte Stadion erwerben kann, um es der Universität zur Verfügung zu stellen.

Genau die beiden Punke habe ich in der Wildparkkommission angesprochen und sind auch Gegenstand und Begründung, warum ich der Auffassung bin, dass das jetzt noch abgeklärt werden muss.

Außerdem ist bekannt, dass das Land Baden-Württemberg in die Prüfung eingestiegen ist und die Uni aufgefordert hat, ein Nutzungskonzept vorzulegen. Es ist weiter bekannt, dass die Uni sich daran macht, diesen Auftrag zu erledigen. Die Entwicklung der Exzellenzuniversität Karlsruhe – wir sind Exzellenz, wir haben das Projekt KIT auf den Weg gebracht, das wohl einmalig in Europa ist - bringt die Fridericiana in die erste Liga der Universitäten, und deshalb sind wir auch verpflichtet alles zu tun, um der Universität Karlsruhe optimale Bedingungen zu ermöglichen. Gleichzeitig hätten wir eine gute Verwendung für das alte Stadion Wildpark und wir hätten einen optimalen Standort für ein neues topmodernes und vor allem ausreichend großes Stadion, das alle Vermarktungsmöglichkeiten hätte, die heutzutage notwendig sind, das auch von der verkehrlichen Erreichbarkeit optimal liegt usw. Ich glaube, dass deswegen eine riesige Chance besteht, die wir alle gemeinsam ergreifen sollten, und zwar mit einer besonderen Intensität, mit Engagement und vor allem endlich mal auch mit Begeisterung, denn wir brauchen kein Thema, bei dem nur Depressionen und Scheitern verkündet wird, sondern wir brauchen Begeisterung für das Objekt und wollen wissen, wie es funktioniert, und nicht, warum es nicht funktioniert.

Angesichts der Summen, die hier im Gespräch sind, angesichts der Umstände, die beschrieben sind, dürfen wir uns nicht vorwerfen lassen, dass wir bei dieser geänderten Sachlage nicht alles versucht haben, die beste Lösung für Karlsruhe zu bekommen.

Und dies umso mehr, weil wir alle wissen, dass der alte Standort in puncto verkehrlicher Erreichbarkeit, in puncto Parkmöglichkeiten, in puncto Zuschauerkapazität, Zuschauerkomfort, in puncto Vermarktungsmöglichkeit und in puncto Sicherheit wirklich nicht gut geeignet ist - und deshalb begrüße ich abschließend noch einmal diese Chance, die wir jetzt durch diese geänderte Beschlussvorlage erhalten haben, und ich fordere uns alle auf, dass wir mit Begeisterung alle Möglichkeiten für dieses Projekt ausloten, damit wir ein neues Aushängeschild für Karlsruhe bekommen, und zwar ein markantes Wahrzeichen an der Autobahn, wo jeden Tag 100 000 - 150 000 Autos vorbeifahren, und danach sollten wir alle gemeinsam streben, und wenn es am Ende - nach diesen drei Monaten Prüfungszeit - trotzdem nicht klappen sollte, müssen wir eben mit der zweitbesten Möglichkeit leben, das ist der Wildpark. Aber wir dürfen uns nicht vorwerfen lassen, dass wir diese Chance beim Interesse der Universität und bei der Bewegung, die offenbar beim Land eingetreten ist, die Augen zumachen und an Beschlüssen, die auf alter Grundlage gefasst worden sind, festhalten.


Social Bookmarks

  • twitter melden
  • facebook melden
  • StudiVZ melden
  • Bei Google melden
  • Bei Webnews melden
  • Bei del.icio.us empfehlen
  • Bei Mister Wong melden
  • Bei Linkarena melden
  • Windows live melden
  • Yahoo melden
  • Yahoo melden
  • Kledy melden