Abstimmung im Bundestag zur Organspende: Wellenreuther unterstützt "doppelte Widerspruchslösung"

15.01.2020

Bei der Abstimmung im Deutschen Bundestag zum Thema Organspende am Donnerstag, 16. Januar 2020 wird der Karlsruher Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther für die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn initiierte „doppelte Widerspruchslösung“ stimmen.

Hierzu erklärt Wellenreuther:
Angesichts der Tatsache, dass in Deutschland 10.000 Menschen auf ein lebensrettendes Organ warten, aber beispielsweise im Jahr 2019 nur 932 Organspenden getätigt wurden, muss etwas getan werden. Das „Gesetz zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende“ aus dem letzten Jahr hat noch nicht den gewünschten Effekt erzielt.

Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden, der sogenannten Widerspruchslösung zuzustimmen, weil dies meines Erachtens die beste Methode ist, damit sich die Zahl der Organspender erhöht. 84 Prozent der Deutschen zeigen grundsätzliche Bereitschaft zur Organspende, aber nur 36 
Prozent besitzen einen Organspendeausweis. Daran wird deutlich, dass es zurzeit an der Umsetzung scheitert.

Durch die im geplanten Gesetz festgelegte Pflicht zur mehrfachen Information eines jeden Bürgers über die Möglichkeit eines Widerspruchs wird niemandem eine selbstbestimmte, freie und informierte Entscheidung abgenommen. Durch diese umfassenden Aufklärungsmaßnahmen wird sichergestellt, dass die Rechte desjenigen, der nicht als Organspender zur Verfügung stehen möchte, geachtet werden.

Der Widerspruch ist jederzeit und ohne Angabe von Gründen möglich. Auch können Angehörige, die von einer ablehnenden Haltung des Betroffenen zur Organspende wissen, eine Organentnahme verhindern. Deshalb halte ich es auch für zumutbar, dem Bürger ein „Nein“ zur Organspende abzuverlangen und ansonsten von der Bereitschaft zur Organspende auszugehen. Das gilt umso mehr, da es bei der Organspende-Reform im wahrsten Sinne um Leben und Tod geht und der Staat seiner Schutzpflicht für Leben und Gesundheit von knapp 10.000 Wartelistenpatienten nachzukommen hat.


Ich habe mich deshalb dazu entschlossen, den Entwurf zu unterstützen, der den vielen schwerkranken Menschen, die auf einen Spender angewiesen sind, die bessere Perspektive bietet.