Bund fördert regionale Fahrradprojekte auch in Karlsruhe

22.09.2020

Deutschland soll Fahrradland werden. Deshalb fördert das Bundesverkehrsministerium auch im Jahr 2020 mit rund 4,2 Millionen Euro regionale Fahrrad-Projekte, um noch mehr Menschen für den Umstieg auf das Fahrrad zu begeistern. Auch Karlsruhe profitiert.

Mit dem Projekt „CapeReviso“ wollen das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Universität Stuttgart und der ADFC Bundesverband die Verkehrssicherheit erhöhen. Anhand innovativer Ansätze des Machine Learning, der Humansensorik und der Virtuellen Realität soll ein Werkzeug für die Stadt- und Verkehrsplanung entwickelt werden, das Interaktionen von Fußgängern und Radfahrenden abbilden und zukünftig geplante Varianten simulieren kann. Ziel der Erprobung im Simulator und im Living Lab ist die Gestaltung einer konfliktfreieren Infrastruktur an der Schnittstelle von Rad- und Fußverkehr. Kommunen soll damit eine verbesserte Entscheidungsgrundlage für die Umsetzung von Radverkehrsprojekten zur Verfügung stehen.

Die Ausweitung von Mietsystemen für Lastenräder will hingegen das Vorhaben „TINK-Netzwerk“ durch die Gründung eines kommunalen Netzwerks beschleunigen. Hierzu sollen Städte zur Einrichtung eines Mietsystems für Lastenräder beraten werden, Qualitätsstandards definiert, ein einheitliches Buchungssystem entwickelt und ein „Wander-Mietradsystem“ erprobt werden.

Zur Förderung:
Zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) fördert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) nicht-investive Projekte mit rund 4,2 Millionen Euro pro Jahr. Dabei werden insbesondere solche Projekte unterstützt, die – nach modellhafter Umsetzung und Erprobung – auch an anderen Orten in der Bundesrepublik wertvolle Beiträge für den Radverkehr leisten können.

Dazu gehören u.a. die Erstellung von Machbarkeitsstudien und Leitfäden, die Durchführung von Informations- und Kommunikationskampagnen oder die Umsetzung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben.

Neben den zwei Projekten in Baden-Württemberg erhalten zehn weitere Projekte in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein eine Förderung. Dies sind die ersten Projekte, die eine Bewilligung aus dem Förderaufruf für den Projektstart 2020 zur Umsetzung des NRVP erhalten. Weitere Vorhaben des Förderaufrufs sind im 4. Quartal zur Bewilligung vorgesehen.

Weitere Infos zu den Projekten stehen sukzessive im Fahrradportal zur Verfügung: https://nationaler-radverkehrsplan.de/de/praxis/nrvp-projekte 

Alle Infos zum Förderprogramm gibt es hier

Zum Nationalen Radverkehrsplan 2020:
Das Ziel des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) ist es, den Radverkehr attraktiver und sicherer zu machen und den Umweltverbund aus ÖPNV, Fuß- und Radverkehr zu stärken.

Der NRVP zeigt Bund, Ländern und Kommunen – den jeweiligen Zuständigkeiten entsprechend – konkrete Maßnahmen auf, um den Radverkehr zu stärken: Von der Verkehrssicherheit über Infrastruktur, Elektromobilität und Fahrradtourismus bis hin zur Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln.

Der NRVP wird derzeit mit der Perspektive 2030 überarbeitet und neu aufgestellt.

Bild: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur