Plan für neues Zentrum für Künstliche Intelligenz im Südwesten - Karlsruhe würde profitieren

07.06.2018

Maßgebliche Politiker der CDU aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben sich in einer gemeinsamen Sitzung der drei Landesgruppen am Mittwoch in Berlin dafür ausgesprochen, das vom Bund geplante deutsch-französische Forschungszentrum für künstliche Intelligenz im Südwesten Deutschlands anzusiedeln. Der Karlsruher CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther lobt das angestrebte Kooperationsmodell und die angedachte Beteiligung des bedeutenden Wissenschafts- und Technologiestandortes Karlsruhe.

„Das neue Zentrum für Künstliche Intelligenz soll ein deutsch-französisches Zukunftswerk mit Standorten im Südwesten werden. Ich begrüße es, dass auch Karlsruhe davon profitieren würde“, sagte Wellenreuther nach der Sitzung, an der unter anderem der baden-württembergische Digitalminister Thomas Strobl, CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans teilgenommen hatten.

Wellenreuther hatte sich bereits im Februar dieses Jahres dafür eingesetzt, dass Karlsruhe und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) an diesem herausragenden Zukunftsprojekt beteiligt werden sollten. „Mit der Idee, das Gesamtprojekt im Südwesten anzusiedeln, wurde jetzt ein weiterer Schritt in die richtige Richtung gemacht.“

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rofitieren würde ein solch grenzüberschreitendes Netzwerk auch von bereits bestehenden Strukturen. Mit der Europäischen Konföderation der Oberrheinischen Universitäten (EUCOR) gibt es bereits eine wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen fünf Universitäten in Deutschland, Frankreich und der Schweiz (KIT in Karlsruhe, Universitäten Freiburg, Straßburg, Mühlhausen und Basel). Zudem ist das KIT die älteste Informatikuniversität Deutschlands und besonders anwendungsorientiert ausgerichtet, insbesondere in den Anwendungsgebieten der Robotik. Das KIT ist außerdem führend auf dem Feld ‚Industrie 4.0‘ mit den Bereichen Produktionstechnik, künstliche Intelligenz und digitale Vernetzung sowie remanufacturing in der Kreislaufwirtschaft. In diesen Bereichen hat das KIT bundesweit eine Vorreiterrolle. Schließlich existiert in Saarbrücken bereits das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Es besteht seit 1988 als öffentlich-private Partnerschaft und wird auch vom Bund unterstützt.

Hintergrund:

Ende Januar 2018 wurde zwischen der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron vereinbart, dass noch im Jahre 2018 ein neuer Élysée-Vertrag ausgearbeitet werden soll, der den alten nicht ersetzen solle, sondern als neues politisches Bekenntnis zur deutsch-französischen Kooperation dienen solle. Dies beinhaltete die Aufforderung, zahlreiche Projekte anzugehen. Dazu soll auch gehören, in der digitalen Welt enger zu kooperieren.

Bild: Karlsruher Institut für Technologie (KIT)